Gott spricht: „Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn ich, dein Gott, bin mit dir in allem, was du tun wirst.“ Josua 1,9b

Unseren Konfirmierten Gottes Geleit auf dem weiteren Lebensweg, das wünscht euch euer Kirchenvorstand von St. Christophorus. Die Kirchtür ist immer offen. „Keep in touch!“

Lesen Sie die Ansprache der Eltern:

Liebe Konfirmanden

(oder sollen wir sagen Konfirmierte?

Denn konfirmiert, das seid ihr ja nun!)

für euch und für uns ist dies ein ganz besonderer Tag.

Es ist ein Tag, an dem wir Gott danken.

Es ist ein Tag, an dem wir zurückblicken.

Es ist ein Tag, an dem wir erkennen, wie selbstständig ihr inzwischen geworden seid und dass wir euch langsam loslassen müssen.

Ein Tag, an dem wir an eure Zukunft denken und an dem wir hoffen, dass es euch gut ergehen wird und dass ihr gelernt habt Verantwortung zu übernehmen,

für euch selbst und für andere.

Es ist ein Tag, an den wir uns alle erinnern werden.

Erinnert ihr euch noch –

an euren ersten Hut?

Ein Hut ist ein wichtiges Kleidungsstück.

Im Frühling hält er den Wind ab, der um die Hausecken pfeift. Wenn es regnet, hilft uns der Hut auf dem Kopf, einigermaßen trockenen Hauptes von einem Ort zum anderen zu gelangen. Im Sommer hält ein Hut stechende Sonnenstrahlen ab und bewahrt vor einem Sonnenstich. Im Winter schützt er uns beim kalten Wetter. Er wärmt unsere Ohren und unseren Kopf.

Als ihr noch klein wart und man euch das erste Mal mit dem Kinderwagen an die frische Luft gefahren hat, da habt ihr eine Wollmütze aufgehabt. Die Mütze war wahrscheinlich bei den Jungen blau und rosa bei den Mädchen,

es sei denn eure Eltern waren bei den Grünen oder sonstwie fortschrittlich orientiert.

Dieser Hut hat euch vor der Kälte geschützt, aber er hatte auch noch andere Funktionen:

Er stellte z.B. eine Grenze dar. Denn die Welt, in der ihr nun wart, war unendlich groß und es war sicher gut zu spüren, dass man in dieser Welt „behütet“ war, dass es Menschen gab, die sich um einen kümmerten und dass es einen Platz gab, an den man gehörte: Eine Hütte sozusagen.

Nicht umsonst gehen die Worte Hut und Hütte auf den gleichen Wortstamm zurück. Nämlich auf das altfränkische „hod“, was so viel wie „Bedeckung“ bedeutet.

(Es könnte aber auch sein, dass die Wörter auf das altnordische „hathna“ zurückgehen, und das bedeutet „Ziege“.

Aus Ziegenfell hat man damals sehr viel Kleidung hergestellt.)

Auch im späteren Leben habt ihr immer mal wieder einen Hut oder eine Mütze getragen.

Sie dienten euch als Schutz, manchmal auch als ein Zeichen der Zugehörigkeit oder ihr wolltet damit euren eigenen Stil zeigen, um euch von den anderen zu unterscheiden.

Das wird auch in Zukunft so sein. Ihr werdet noch viele neue Dinge ausprobieren und alte Hüte ablegen.

Behütet sein drückt etwas sehr Positives aus: Behütet sein heißt für uns: beschützt sein; nicht alleine sein; jemanden haben, der sich um mich kümmert, dem ich nicht egal bin. Behütet sein heißt: Jemand passt auf mich auf; ich kann jemandem fest vertrauen.

Gerade Kinder können von ihren Eltern erfahren, was es heißt, behütet zu sein. Und wir Eltern dürfen unsere Kinder behüten, was eine sehr schöne und verantwortungsvolle Aufgabe ist.

Das Gefühl behütet zu sein brauchen wir alle unser Leben lang.

Denn es gibt Ängste, die uns nicht loslassen.

Wir sorgen uns um unsere persönliche Zukunft, um die Zerstörung der Natur, die Bedrohung des Friedens, um das Leiden von Menschen unter Hunger und Unrecht.

In dieser Welt der Gewalt und der Drohung fällt es uns schwer, für Frieden und für Verständigung einzutreten.

Wir wünschen uns für euch, liebe Konfirmanden, dass der Wille zu Toleranz und friedlicher Verständigung in der ganzen Welt wächst. Wir hoffen, dass ihr nicht resigniert in dem Gefühl, nichts ändern zu können, dass ihr euch eure wachen Sinne erhaltet und dass ihr nach Möglichkeiten sucht, wie ihr etwas tun könnt gegen Friedlosigkeit und Ungerechtigkeit.

Habt Vertrauen in euch und in andere. Habt Vertrauen darin, dass Gott immer bei euch ist und euch behütet.

In der Bibel finden sich Stellen, in denen berichtet wird, wie Gott uns Menschen behütet. Uns Menschen wird das Behütetsein durch Gott immer wieder zugesagt. So steht z.B. in Psalm 91: „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ Und am Ende eines Gottesdienstes bitten wir Gott mit folgenden Worten um seinen Segen: „Der Herr segne dich und behüte dich.“

Liebe Konfirmanden, vielleicht fallen euch Momente aus eurem eigenen Leben ein, in denen ihr euch behütet und beschützt gefühlt habt. Helle Punkte in eurem Leben, wunderbare Erinnerungen, Menschen, die gut zu euch waren oder eine Licht, das in einer dunklen Stunde aufgetaucht ist.

Wenn ihr zunehmend selbstständiger werdet und in euer Leben hinausgeht, dann werden wir Eltern euch, so lange es uns möglich ist, begleiten. Aber Erfahrungen müsst ihr selbst machen, auch wenn sie manchmal schmerzhaft sind. Verdüstert euren Geist nicht mit der Angst von morgen. Beschwert euer Herz aber auch nicht mit den Sorgen von gestern. Habt Vertrauen und Zuversicht und erhaltet euch euren Humor. Denn wer sich selbst auf den Arm nehmen kann, der erspart den anderen eine Menge Arbeit.

Wir wissen, dass ihr alle euren „eigenen Kopf“ habt, der manchmal recht dick sein kann wie unser eigener auch. Jeder von euch hat eigene Wünsche und eigene Bedürfnisse. Jeder möchte auf seine eigene Weise angesprochen werden. Nicht jeder Hut passt auf jeden Kopf. Der eine braucht mehr Behütung, der andere weniger. Mehr oder weniger Zuwendung. Mehr oder weniger Sicherheit und Beständigkeit. Mehr oder weniger Anleitung und Begleitung.

Bestimmt kennt ihr die Warnung „Sei auf der Hut!“. Diese Redewendung hat ihre Berechtigung, aber sie kann euch auch einschränken.

Es wäre schön, wenn ihr euch eine gute Portion Neugierde und Offenheit bewahren könntet.

Offenheit

für die Begegnungen mit den Menschen – den bekannten und den bisher unbekannten,

für die vielen freundlichen Gesichter,

für die vielen kleinen Dinge, die wir täglich neu entdecken oder die wir neu zu sehen lernen, für die Zeit, die uns geschenkt wurde,

für die Gastfreundschaft,

für die Freude an der Natur,

die Ehrfurcht vor dem Leben

und für die Möglichkeit, wieder zu uns selbst zu finden.

Der liebe Gott hat uns alle durch Jesus Christus voreinander verantwortlich gemacht.

Er hat uns auch einen Hut mit auf den Weg gegeben. Einen Hut, der Sicherheit und Vertrauen verspricht, der Respekt und Achtung ausdrückt. Das habt ihr vielleicht gespürt, als Frau Rengel euch die Hand zum Segen als Schutz und Begrenzung auf den Kopf gelegt hat.

Und daran soll euch auch das Kreuz erinnern, das euch gleich von einem Menschen, der euch nahesteht, mit auf den Weg gegeben wird.

Wir wünschen euch, dass Gott immer bei euch ist und euch behütet. Diese Sicherheit, behütet zu sein in allem Neuen und Fremden und manchmal auch Angstmachenden, behütet und begleitet von einem guten und liebenden Gott, die wünschen wir euch von ganzem Herzen.

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